Die Wissenschaft beweist, dass die Klimakrise menschengemacht ist. Darin liegt neben all den Bedrohungen auch eine gute Nachricht: wir Menschen haben die Zukunft unseres Klimas nach wie vor selbst in der Hand. Wir können CO2 einsparen und dadurch die Klimakrise eindämmen.

Dafür braucht es einerseits einen strukturellen Wandel, und andererseits beginnt Veränderung immer bei einem selbst.
Jede eingesparte Tonne CO2 zählt.

Wir haben uns gefragt, welchen Beitrag wir leisten können, um die Filmbranche umweltfreundlicher zu machen. Dazu haben wir mit Vertreter*innen der unterschiedlichen Gewerke Gespräche zum Thema „Grünes Drehen“ geführt.

Es hat sich herausgestellt, dass bis jetzt eine klare Positionierung von Seiten der Schauspieler*innen fehlt. Die aber ist nötig, um das „Grüne Drehen“ wirklich voranzubringen. Deswegen haben wir eine Freiwillige Selbstverpflichtung und Erklärung von Schauspieler*innen zum „Grünen Drehen“ erarbeitet, mittels derer wir unsere Position und mediale Präsenz nutzen wollen, um gemeinsam mit allen Gewerken, Veränderung herbeizuführen.

Damit formulieren wir unseren Idealzustand vom „Grünen Drehen“, auch wenn uns bewusst ist, dass sich nicht alle Maßnahmen sofort umsetzen lassen. Sie sollen aber ein konkretes Ziel formulieren, auf dass wir gemeinsam hinarbeiten wollen.
Wir wünschen uns eine offene Kommunikation und einen regen Austausch, um unsere jeweiligen Erfahrungen zu teilen und uns weiter zu entwickeln.

Fördergelder werden immer stärker an verpflichtende Richtlinien zum Grünen Drehen gebunden sein. Wir wollen jetzt die Chance nutzen und unsere Visionen und Ziele einbringen, um unsere Branche nachhaltig und vielfältig in unser aller Interesse zu verändern.

Lasst uns gemeinsam vorangehen und unsere Zukunft aktiv mitgestalten.

Selbstverpflichtung

Unterzeichner*innen:

Statements von Unterstützer*innen

„Die Selbstverpflichtung spiegelt die Notwendigkeit zur raschen Reduktion unseres Treibhausgas-Ausstoßes wider, die sich aus dem Pariser Klimaabkommen ergibt. Um das dort beschriebene Ziel zu erreichen, die Erderwärmung auf deutlich unterhalb von 2,0 °C zu begrenzen, dürfen wir Menschen sehr großzügig gerechnet nur noch maximal 1000 Milliarden Tonnen CO2 ausstoßen. Beim derzeitigen Ausstoß von CO2 ist dieses Budget in allerspätestens 25 Jahren erschöpft. Für ein Erwärmungsziel von 1,5 °C wäre das Budget in etwas mehr als 10 Jahren erschöpft. Wenn wir als Gesellschaft dieses Erwärmungsziel erreichen wollen, müssen wir daher über einen extrem kurzen Zeitraum die Treibhausgasemissionen rapide reduzieren. Die Selbstverpflichtung spiegelt diese Notwendigkeit direkt wider, da sie direkt die Bereiche der Filmproduktion adressiert, durch die die meisten Treibhausgase freigesetzt werden. Hierzu zählen der Transport, der Stromverbrauch am Set, der Ressourcenverbrauch und die Ernährung.
Leider verhandeln die Naturgesetze nicht, und warten auch nicht darauf, dass sich Dinge von selbst verändern… “

Prof. Dr. Dirk Notz, einer der Leitautoren des nächsten IPCC Berichts

„Warum ich dabei bin:
Nichts ist einfacher und macht kreativer, als solche – in Wirklichkeit- kleinen Einschränkungen. So machbar und so effektiv, wenn alle einen solchen Beitrag leisten.  Umstellung ist einfach. Man muss es nur wollen und das Ego ein wenig zur Seite schieben. Lass uns loslegen!“

Anna Schudt, Schauspielerin

„Constantin Film begrüßt die Initiative der Schauspieler*innen sehr! Als überzeugtes und engagiertes Mitglied der ersten Stunde des Arbeitskreises Green Shooting beschäftigen wir uns gemeinsam mit unseren geschätzten Kolleg*innen des AK schon seit Jahren mit der Thematik und stellen immer wieder fest, dass die Klimaziele der Filmproduktion ohne Schulterschluss mit unseren Regisseur*innen, Schauspieler*innen und deren Agenturen unerreichbar sind.“

Christine Rothe & Patricia Barth, Constantin Film Produktion

„Drehs sind immer ein logistischer, organisatorischer und gruppendynamischer Kraftakt, Diesen Kraftakt grüner zu gestalten und damit einen neuen und bewussteren Weg einzuschlagen, halte ich für alternativlos. Ich glaube, grüneres Drehen kann und wird sogar noch mehr Spaß machen als vorher. “

Karoline Schuch, Schauspielerin

„Auch in mir wächst erst langsam das Bewusstsein für meine eigene Verantwortung der Umwelt gegenüber. Die Freiwillige Selbstverpflichtung ist ein wichtiges Signal nach außen und an mich selbst um unsere Bereitschaft für Veränderungen zu verdeutlichen und festzuhalten und damit bessere Möglichkeiten für „grünes Drehen“ zu schaffen.“

Jannis Niewöhner, Schauspieler

„Der Produzentenverband unterstützt die umsichtige und vielschichtige Selbstverpflichtung der Schauspieler*innen in allen Belangen. Die Möglichkeiten, zu einer klimafreundlichen Arbeitsweise unserer Branche beizutragen sind ebenso komplex wie kleinteilig und erfordern permanentes Bewusstsein und Einsatz in allen Bereichen. Schritte und Handlungen, die in der Umsetzung heute vielleicht noch befremden oder schwierig erscheinen, werden hoffentlich bald schon eine Selbstverständlichkeit für uns alle sein, sofern wir gemeinsam lernen bei der Filmproduktion (und darüber hinaus) umzudenken und Verantwortung für unser Tun zu übernehmen. Das Engagement und die Unterstützung der Schauspieler*innen ist hier ein essentieller und unerlässlicher Beitrag, der es auch uns Produzent*innen vom Produzentenverband erheblich erleichtern wird, unsere am 2. Dezember 2019 getroffenen Freiwillige Selbstverpflichtung zur nachhaltigen Filmproduktion zu erfüllen. Only together we can make a change!“


Nicole Gerhards, NiKo Film & Karsten Stöter, Rohfilm Factory im Namen des Produzentenverbands e.V.

„Weil ich mich im Privaten bemühe meinen CO2 Fußabdruck zu verringern und es da nur logisch ist dieses Bemühen auch ins Berufliche zu tragen. Und weil eine ausreichende Veränderung nur stattfinden kann, wenn wir alle anfangen uns zu bewegen.“

Golo Euler, Schauspieler

„Einen Film zu produzieren und zu drehen ist Teamwork. Ebenso können wir die Umstellung auf eine ressourcenschonende Filmproduktion nur als eine gemeinsame Aufgabe angehen und lösen. Wir, das Netzwerk der German Film Commissions, freuen uns sehr, dass jetzt auch die Schauspieler*innen mit ihrer Selbstverpflichtung Verantwortung übernehmen und ein Zeichen im Engagement für klimafreundlicheres Drehen setzen.“


German Film Commissions

„Dass ich in diesem wunderbaren Beruf arbeiten darf, ist für mich das größte Glück und ein Privileg. Und mit Privilegien sollte man verantwortungsvoll umgehen. Daher sehe ich es als die Aufgabe von uns SchauspielerInnen, mit möglichst gutem Beispiel voranzugehen. Nur von der guten und gerechten Welt erzählen, das reicht nicht. Wir müssen leben, wofür wir stehen.“

Verena Altenberger, Schauspielerin

„Es gibt Dinge die sind leichter gesagt als getan – aber es gibt eben solche, die sind besser getan als zu lange gesagt.“

Vicky Krieps, Schauspielerin

„Die UFA hat sich auf die Agenda gesetzt, ihre Produktionen nachhaltiger zu gestalten und ihren CO2-Ausstoß zu reduzieren. Um dies zu erreichen, brauchen wir aber die Unterstützung aller am Produktionsprozess Beteiligten. Die freiwillige Selbstverpflichtung von Schauspieler*innen entspricht weitestgehend den Zielen, die auch wir uns mittelfristig für unsere Produktionen gesetzt haben und wir freuen uns über dieses Commitment und ein gemeinsames Ziel.“

Katja Bäuerle, UFA

„Jede Krise ist stets neu: deshalb muss auch der Geist, um sie verstehen zu können, immer frisch, klar, beweglich sein. Ich denke, den meisten von uns ist klar, dass dringend eine innere Revolution erforderlich ist, die allein einen radikalen Wandel des Äußeren, der Gesellschaft bewirken kann.“


Liv Lisa Fries, Schauspielerin, zitiert Jiddu Krishnamurti

„Wir bei Sky nehmen uns bereits seit zwei Jahren des Themas Green Shooting an und verpflichten seither die von uns beauftragten Produzenten, sowohl im Serien- als auch im Showbereich, eine Reihe von Green Shooting Kriterien einzuhalten. Wir leisten damit nicht nur unseren Beitrag zu einem Thema, dass uns alle betrifft. Nein, wir konnten, nach anfänglichen Bedenken und Berührungsängsten, auch einige Produzenten mit dem Thema Green Shooting „infizieren“, die nun auch Produktionen für andere Auftraggeber nach diesen Kriterien umsetzen. Die Initiative Changemakers.film zeigt, dass in allen Teilen der Filmbranche eine wachsende Sensibilität für diese Themen vorherrscht, was wir ungemein positiv aufnehmen und uns alle bestärken sollte weiterzumachen.“


Fabian Klaus, Sky

„Die Selbstverpflichtung wird nicht die Welt retten, aber es ist wichtig das Schauspielerinnen und Filmschaffende ihre Prominenz nutzen und mit gutem Beispiel vorangehen. Das hat Joaquin Phoenix bei der letzen Oscarverleihung deutlich gezeigt. Wahrscheinlich gab es noch nie einen Schauspieler der bei  einer Preisverleihung dieser Größe über die systematische Vergewaltigung von Kühen zur Milchproduktion gesprochen hat sowie in Frage gestellt hat, weshalb die Menschen das Recht haben, andere Lebewesen und die Erde zu dominieren und auszubeuten.
Dinge verändern sich wenn man die Probleme in der Diskussion hält und vor allem selber mitmacht. Vor 10 Jahren war ich in Kanada der einzige Vegetarier am Set und wurde belächelt/bemitleidet. Der Caterer war verärgert dass er mir etwas Anderes kochen mußte. Heute sind an den meisten Sets schon 30% Vegetarier. und ich schaffe es immer, bei jeder Produktion, ein bis zwei Leute dazu zu bringen ihren Fleischkonsum zu überdenken/einzuschränken.“


Kolja Brandt, Kamera

„Ich wünsche mir, dass wir das kreative Potential, das ja sowieso in unserer Branche liegt, auch dazu nutzen kreative Lösungen zu finden nachhaltiger Filme zu produzieren. Es passt für mich nicht zusammen wenn wir uns damit rühmen inhaltlich sorgsam Kunst zu produzieren und uns gleichzeitig nicht über die Art & Weise WIE diese produziert wird Gedanken zu machen.“

Luisa-Céline Gaffron, Schauspielerin

„Die Klimakatastrophe kann nach übereinstimmender Meinung des Weltklimarates der Vereinten Nationen nur durch sofortige, tiefgreifende Massnahmen in sämtlichen Bereichen abgewendet werden. Das gilt auch für unsere Branche. Hinter den Kameras geben sich bereits viele Kolleginnen und Kollegen in sämtlichen Gewerken sehr viel Mühe, um nachhaltiger zu produzieren. Mit den Changemakers.film geschieht das jetzt auch vor den Kameras. Eine Initiative, die hoffentlich viele Kreative inspirieren und motivieren wird!“

Philip Gassmann, Regisseur und Green Production Experte

„Seit der Kindheit finde ich in der Natur Ruhe, Demut, Relativierung und Alternativen. Meine Kinder sollen das auch noch erleben dürfen.“

Max Simonischek, Schauspieler